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 Tunesien Rallys: Racing-Aid Hilfsaktion erfolgreich beendet - ein Tagebuch.
Nach einer Woche ist am vergangenen Sonntag der "Racing Aid" Hilfs-Tross - ein Zusammenschluss von Rally-Teilnehmern, den Veranstaltern der "El Chott" und "Libya Rally Raid" sowie zahlreichen Sponsoren und Partnern unter Anregung und Leitung von Dr. Ellen Geiger-Disselhoff und ihrem Mann Marc - wieder in Deutschland angekommen. Einen Link zu einem TV-Bericht des SWR finden Sie am Ende des Artikels.
"Alle beteiligten sind gesund und munter zurück" berichtet Dr. Ellen Geiger-Disselhoff. "Die Aktion war ein super Erfolg, die Spenden sind gut angekommen, die Menschen waren uns sehr dankbar und haben sich sehr gefreut. Doch die Not ist gross."
"Unsere Spende kann nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein, aber wir wollen weitermachen. Als nächstes steht eine Dialyse Einheit für Djerba auf dem Programm, wo sich die meisten der schwerkranken Libyer aufhalten. Die vorhandene tunesische Dialyse ist hoffnungslos überfüllt, und so werden wir spenden sammeln, um eine 2. Einheit aufzubauen."
Von den Erlebnissen der Rally berichtete Rally-Teilnehmer Christian Windfeder täglich auf [ racing-aid.de ]. Wer es verpasst hat, hier die "Abenteuer" der Reisegruppe im Tagebuch. Von Christian Windfeder:
Kapitel 1 - Anreise nach Genua/Italien
Die Verladung hat hervorragend geklappt, drei Lkw sind fertig beladen, bis auf den letzten Zentimeter haben Marc und Ellen den Platz verplant. Die Vorbereitung war perfekt. Auch das Filmteam des SWR war angetan von der professionellen Logistik. Jetzt sind wir auf der Autobahn zwischen München und Innsbruck und werden heute noch den Brenner angehen. Ein echtes Unterfangen, da unser IFA L60 mit den 15t Nudeln am Berg seine Geschwindigkeit bis 23 km/h reduziert. So entsteht halt keine Hektik bei Thomas Stier, der das hier ganz ruhig und souverän meistert. Marc im MAN Kat 4x4 ist hinter uns und schirmt den L60 ab.
Kapitel 2 - Ankunft in Tataouine / Tunesien
Nach der viertägigen Anreise sind wir letzte Nacht um 03:30 Uhr in Tatouine/Tunesien angekommen und haben die ersten Kontakte für die Verteilung geknüpft. Leider ist auf dem Weg der MAN Kat 4×4 aufgrund eines Getriebeöl-Problems des Wandlers auf der Strecke geblieben. Er steht jetzt in Medenine sicher gegenüber der Polizei und die Planung laufen auf Hochtouren, die Ladung zeitnah nach Tatouine zu transportieren. Die Stimmung ist sehr gut und motiviert. Auch die Lage hier im Land erscheint uns positiv und ruhig. Wir freuen uns jetzt auf unsere Aufgaben.
Kapitel 3 - Neuer Plan und Umladen
Ein ziemlich langer und anstrengender Tag liegt hinter uns. Unsere neue Planung aufgrund der noch fehlenden Ladung des MAN Kat machte ersteinmal die Umsortierung diverser Paletten auf weitere Lkw notwendig. Bei knapp 40 Grad wirklich schweisstreibend, aber so konnten wir heute in Tatouine vier Stellen anfahren, wo unsere Güter bereits dringend erwarten wurden.
Die Versorgungslage bezüglich Nahrungsmittel und medizinischen Produkten ist wirklich schlecht, so das dies heute als Erstes auf dem Plan stand. Wir haben heute viel erlebt, Freude und Leid sehr eng nebeneinander, aber eines war eigentlich wie immer in Tunesien: Unglaublich lebensfrohe und positive Menschen. Jetzt sind wir gerade zurück im Hotel, fertig aber glücklich. Es war ein toller Tag.
Kapitel 4 - Das Ziel und die Verteilung
Schon zur früher Stunde gegen 06:00 Uhr haben wir die Fahrzeuge für weitere sechs Abladestationen sortiert und gepackt. Martin und Uli haben heute noch einmal Tatouine angefahren, da gestern Abend das Ladegut vom abgestellten MAN Kat eingetroffen ist. Die drei verbleibenden Lkw machten sich bereit für den Einsatz in Remada, unserem südlichsten und damit zu Libyen grenznahesten Ziel.
Für die Lieferung in das Flüchtlingslager direkt an der tunesisch/libyschen Grenze haben wir kurzfristig eine Zusammenarbeit mit einer libyschen Hilfsorganisation organisiert, so das wir das Gebiet um die Raketeneinschläge der letzten Wochen meiden konnten. Bis Remada haben wir drei Militärposten durchlaufen, die sich nach anfänglichem Misstrauen für unseren Einsatz bedankten.
Unsere erste Station war das UNHCR Flüchtlingslager, das bei uns allen einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Die Mitarbeiter des UNHCR schlafen auch in unserem Hotel in Tatouine, so dass die abendlichen geknüpften Kontakte zu einem unproblematischen Einlass führten.
Unsere drei weiteren Abladestationen haben uns ziemlich deutlich die Notwendigkeit unserer Hilfe hier vor Ort gezeigt. Besonders die Kinder beeindrucken uns durch ihre Lebensfreude, trotz der schwierigen Lebensumstände. Wieder hier in Tatouine angekommen fällt so langsam die Spannung von uns ab. Die Lkw sind leer und wir sind geschafft, aber glücklich, dass alle Hilfsgüter ihr sinnvolles Ziel gefunden haben.
Tagebuch Ende
Ein Filteam des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) hat die Aktion begleitet und im regionalen Fernsehen in Baden-Württemberg darüber berichtet. Den Bericht finden Sie auf der SWR-Seite unter [ HIER KLICKEN ].
2011/07/05 | 16:40 CET | ARTICLE: MR/SY/WINDFEDER


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