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Vorstellung Jeep Compass: Das Imperium schlägt zurück





Wie man weiss, hat ein Jeep an sich kriegerische Vorfahren - doch er ist längst zivilisiert. Beim neuesten Spross der Jeep-Familie könnten einem allerdings Zweifel am Gelingen der Domestizierung kommen. Zwar gibt sich der Jeep Compass durchaus gefällig und charakterstark, doch er hat einen offensiven Auftrag bei Kampf um Marktanteile. Länger will Konzernmutter DaimlerChrysler offenbar nicht mehr mit ansehen, wie Japaner und Koreaner den Markt für kleinere Sports Utility Vehicle (SUV) widerstandslos besetzen.

Das Imperium schlägt zurück - eben mit dem SUV Jeep Compass und Preisen, die - je nach Motor mehr oder weniger deutlich - unter denen der Gegner liegen. Das Einsteigermodell Compass Sport 2.4 kostet mit umfangreicher Serienausstattung 23.990 Euro. Die Spanne reicht bis zu 27.790 Euro für den Compass Limited 2.0 CRD. Das Jeep-Management zeigte jetzt bei der Präsentation des Neuen vor der Presse auf Toyota RAV4 und Hyundai Tucson als Wettbewerber und vergass dabei nicht, auf die deutlich gestiegene Qualität bei Jeep sowie auf das Angebot hinzuweisen, vier Jahre lang oder für maximal 50.000 Kilometer alle Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie Verschleissteile zu bezahlen.

Doch wirtschaftliche Vernunft war nur selten ein Grund, einen Jeep zu kaufen. Bei dieser Marke geht es vielmehr um deren Mythos, das unverwechselbare Gesicht des Klassikers und ein bisschen auch um seine männliche und kriegerische Vergangenheit. Das Paket aus Preis und Leistungen rund ums Auto wird es aber vielen ermöglichen, sich den Traum vom eigenen Jeep früher und auch dann zu erfüllen, wenn eigentlich der erste Kindersitz in einen normalen Kombi montiert werden müsste.

Dem Kompass ist das typische Markengesicht mit den sieben senkrechten Schlitzen als Kühlergrill und den hoch sitzenden runden Augen zu eigen. Von vorn jedenfalls kann es keinen Zweifel geben, aus welchem Haus der Compass stammt. Von der Seite lässt er eine Verwandtschaft mit dem im Moment in Deutschland ausverkauften Doge Caliber durchblicken, wirkt aber noch deutlich maskuliner und kantiger - als hätte ihn Cottoneye Joe mit der Kettensäge aus dem vollen Holz gesägt. Diese Ecken und Kanten kann man übrigens mit einem Rallye-Paket mit zusätzlichen Seitenschwellern, klassischen Nebelscheinwerfern und einem Heckspoiler noch weiter hervorheben.

Hart und kantig zeigt sich der Compass auch von Ihnen. Ausser den Rundinstrumenten in der Armaturentafel ist dort alles eckig und aus Hartplastik, was sich - zugegebenermassen - nach einer Flussdurchfahrt oder einem Picknick mit Freunden durchaus als nützlich erweisen könnte. Alles ist pflegeleicht, so, also könnte man mit dem Dampfstrahler reinhalten. Nicht, dass das Innenleben hässlich wäre. Es ist nur schnörkellos und sagt geradeheraus, was das für ein Kerl ist, an dessen Steuer man sich gerade gesetzt hat. Der spröde Charme der Jugend überzeugt.

Nun, im Gelände geht er in der Tat ganz schön zur Sache und bekennt sich mit seinem permanenten Allradantrieb und auch sonst noch allerlei Technik zu seiner Familie. Aber er hat auch eine sanfte Seite, auf guten Strassen beweist er auch gute Manieren. Die Federung schluckt dicke Schlaglöcher überraschend gut weg und bügelt kleine Unebenheiten locker aus. Die Wankneigung fällt viel geringer aus, als bei seiner Aufbauhöhe zu erwarten ist. In zu schnell gefahrenen Kurven schiebt er über die Vorderräder, bis das ESP eingreift. Alles in allem ein angenehmes, problemloses Fahrvergnügen für vier bequem reisende Insassen auf bequemem Gestühl mit gerade ausreichendem Seitenhalt und pflegeleichtem Bezug.

Die finden in dem 4,40 Meter langen Compass viel Platz. Fürs Gepäck bleiben dann bis Oberkante Rücksitzbank nur noch 334 Liter Raum, der sich aber nach Art einer klassischen Kombilimousine durch Umklappen der Rücksitzbank (60:40) bis auf fast 1300 Liter erweitern lässt. Der Laderaum hat mit umgeklappten Sitzen einen ebenen Boden, der sehr hoch liegt und beim Beladen einiges an Hebeweg verlangt. Allerdings dürfen zusätzlich zu Fahrer und Kraftstoff nur rund 300 Kilogramm zugeladen werden. Das ist nun wahrlich keine Bestmarke. Das Heben hält sich also in Grenzen.

Wenn das Imperium zurückschlägt, dann wird es sich zusätzlich zur geringen Zuladung kaum weitere Schwächen leisten. Deswegen ist die Ausstattung für aktive und passive Sicherheit komplett, und im Angebot findet sich ein Diesel. Dabei handelt es sich um den von seinen Verehrern despektierlich als "Rumpeldüse" bezeichneten 1,9 Liter Vierzylinder-Turbodiesel, der mit seinem harten aber herzlichen Klang gut zum Charakter des Compass passt.

Jeep ist stolz darauf, damit zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte ein Fahrzeug anzubieten, dass im Schnitt auf 100 km trotz eines Luftwiderstandsbeiwerts von nur 0,4 weniger als sieben Liter Kraftstoff verbraucht. Der Diesel leistet 103 kW (140 PS) und bietet 310 Newtonmeter (Nm) maximales Drehmoment ab 1750 Umdrehungen pro Minute (U/min). Der Compass 2.0 CRD wird nur mit einem Sechs-Gang-Handschaltgetriebe angeboten. In dieser Kombination erreicht er die 100-Km/h-Marke nach elf Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit rund 180 km/h.

Der 2,4 Liter Vierzylinder-Benziner kann wahlweise mit einem Fünf-Gang-Handschalter oder einer CVT-Automatik der zweiten Generation kombiniert werden. Die Unterschiede bei den Fahrleistungen sind zwischen Benziner und Diesel so gering, dass sie in der Praxis nicht auffallen. Nur beim Verbrauch lohnt die Erwähnung. Beim handgeschalteten Benziner liegt der Verbrauch im Schnitt bei 8,7 Liter bei der CVT-Automatik bei 9,5 Liter.

Der Jeep Compass tritt in den beiden Versionen Sport und Limited mit dem Benzinmotor im November beim Händler zum Kampf um Marktanteile an, der Diesel folgt im kommenden Frühjahr als sicher erfolgreichere Verstärkung. Von 80 Prozent Dieselanteil beim Compass war jetzt die Rede. Aber Diesel bauen können Toyota und Hyundai in der Zwischenzeit auch. Da müssen doch wohl eher der spröde Charme der Jugend und der Mythos der Marke Jeep den Bann brechen, etwa so wie jüngst beim Dodge Caliber für den Sohn oder dem Chrysler 300 C für den Vater.

Artikel vom 31.08.2006, Artikel: marathonrally.com/auto-reporter

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